Zero Trust für KMU: Wie Sie mit kleinem Budget große Wirkung erzielen
Zero Trust sichert KMU-Netze auch mit kleinem Budget. Lernen Sie konkrete Schritte für einen kostengünstigen und sicheren Einstieg kennen.

In der IT-Security-Diskussion scheint die Rollenverteilung klar: VPN gilt als überholt, Zero Trust als Sicherheitsmodell der Zukunft für den Zugriff auf Unternehmensressourcen. Doch diese verkürzte Darstellung greift zu kurz. Zwar existieren grundlegende Unterschiede zwischen VPN und Zero Trust, diese werden jedoch häufig vorschnell als unvereinbar interpretiert.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob sich VPN und Zero Trust unterscheiden, sondern ob diese Unterschiede einem gemeinsamen Einsatz in modernen IT-Architekturen entgegenstehen.
Übersicht:
Ein klassisches Virtual Private Network (VPN) basiert auf dem Prinzip der Perimetersicherheit. Nach einer einmaligen Authentifizierung – etwa per Passwort, Zertifikat oder Multi-Faktor-Authentifizierung – erhält der Benutzer Zugriff auf das interne Netzwerk. Aus Sicht der IT-Infrastruktur wird der Client anschließend als „intern“ betrachtet.
Genau hier liegen die bekannten Schwächen dieses Modells:
Dieses Sicherheitsmodell steht im Widerspruch zu heutigen Bedrohungsszenarien, in denen kompromittierte Endgeräte, gestohlene Identitäten und Insider-Threats eine zentrale Rolle spielen.
Zero Trust Security folgt dem Grundsatz: „Never trust, always verify.“
Charakteristisch für eine Zero-Trust-Architektur sind:
In einem konsequent umgesetzten Zero-Trust-Modell ist es sicherheitstechnisch irrelevant, ob sich ein Benutzer innerhalb oder außerhalb des Unternehmensnetzwerks befindet.
Der wahrgenommene Konflikt entsteht vor allem dadurch, dass VPN häufig mit einem Alles-oder-nichts-Zugriffsmodell gleichgesetzt wird. In dieser klassischen Ausprägung ist VPN tatsächlich nur eingeschränkt mit Zero Trust vereinbar.
Dabei wird jedoch häufig übersehen:
VPN ist kein Sicherheitsmodell, sondern primär eine Technologie zur sicheren und verschlüsselten Datenübertragung zwischen Endpunkten.
Der vermeintliche Widerspruch löst sich auf, sobald VPN nicht als Sicherheitsphilosophie, sondern als sicherer Transport- und Verbindungsmechanismus verstanden wird. Auch in Zero-Trust-Szenarien kann VPN eine sinnvolle Rolle spielen, etwa um:
Entscheidend ist, was nach dem Tunnel passiert. Erfolgt die Zugriffskontrolle Zero-Trust-konform – beispielsweise durch starke Identitätsprüfung, kontextabhängige Policies und feingranulare Autorisierung – kann VPN ein sinnvoller Bestandteil einer Zero-Trust-basierten Hybridarchitektur sein.
Moderne VPN-Lösungen bieten zudem weit mehr als reine Konnektivität, etwa:
Damit können sie Zero-Trust-Architekturen funktional ergänzen und absichern.
VPN und Zero Trust sind kein grundsätzlicher Widerspruch, sondern folgen unterschiedlichen Denkschulen. Ein klassisches VPN als alleiniger Sicherheitsmechanismus ist nicht mit Zero Trust vergleichbar. Eine leistungsfähige VPN-Lösung, eingebettet in eine umfassende Zero-Trust-Architektur, kann jedoch eine tragfähige und praxisnahe Basis bilden.
Gerade hybride Ansätze ermöglichen Unternehmen einen realistischen Übergang vom netzwerkzentrierten Sicherheitsdenken hin zu einem identitäts- und ressourcenbasierten Modell. Der Abschied von implizitem Vertrauen erfolgt nicht abrupt, sondern schrittweise.
Eine etablierte, richtig integrierte VPN-Infrastruktur unterstützt diese Transformation nicht nur, sondern sichert diese kritische Übergangsphase erst richtig ab. Darüber hinaus gewinnt auch der Betrieb von Zero-Trust Strukturen auf Basis sicherer Verbindungen an Vertrauen.